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Blutzucker und Gewebezucker: Warum unterscheiden sich Messwerte bei der Diabetes-Überwachung

Wenn es um die Kontrolle des Blutzuckerspiegels geht, gibt es verschiedene Methoden, die Menschen mit Diabetes zur Verfügung stehen.

Eine dieser Methoden ist das herkömmliche Blutzuckermessgerät, das eine Blutprobe von der Fingerspitze nimmt und den Glukosespiegel misst. Eine weitere Methode ist das Continuous Glucose Monitoring (CGM), bei dem ein Sensor unter die Haut implantiert wird, um kontinuierlich den Glukosespiegel im Gewebe zu messen. Obwohl beide Methoden als effektiv gelten, gibt es manchmal Abweichungen zwischen den Messergebnissen, die verunsichern können.

Es gibt mehrere Gründe, warum es zu Abweichungen zwischen der Messung über ein Blutzuckermessgerät und den Ergebnissen des Sensors kommen kann. Einer der Hauptgründe ist die Messstelle. Das Blutzuckermessgerät misst den Glukosespiegel direkt im Blut, während der Sensor des CGM-Systems den Glukosespiegel im Gewebe misst. Da sich der Glukosespiegel zwischen dem Gewebe und dem Blut unterscheiden kann, kann dies zu unterschiedlichen Messergebnissen führen. 

Ein weiterer wichtiger Faktor, der zu Abweichungen führen kann, sind Unterschiede in der Reaktionszeit der beiden Systeme. Das herkömmliche Blutzuckermessgerät liefert sofortige Messergebnisse, während das CGM-System eine Verzögerung von bis zu 30 Minuten aufweisen kann. Dies kann dazu führen, dass der Glukosespiegel in der Zwischenzeit steigt oder fällt, was zu abweichenden Messergebnissen führt.

Ein weiterer Grund für Abweichungen zwischen den Messergebnissen kann die Kalibrierung des Sensors sein. Ein CGM-Sensor sollte, je nach Hersteller, regelmäßig kalibriert werden, um genaue Messergebnisse zu gewährleisten. Wenn die Kalibrierung nicht korrekt durchgeführt wird oder der Sensor falsch platziert ist, können die Messergebnisse ungenau sein.

Darüber hinaus können auch externe Faktoren wie körperliche Aktivität, Stress, Medikamenteneinnahme oder Ernährungseinflüsse zu Abweichungen zwischen den Messergebnissen führen. Diese Faktoren können den Glukosespiegel im Gewebe beeinflussen und somit zu unterschiedlichen Messergebnissen führen.

Es ist wichtig zu beachten, dass Abweichungen zwischen den Messergebnissen eines Blutzuckermessgeräts und eines CGM-Systems nicht unbedingt bedeuten, dass eines der beiden Systeme falsch ist. Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile und können je nach Situation und individuellem Bedarf eingesetzt werden.

Es ist jedoch wichtig, sich der potenziellen Abweichungen bewusst zu sein und gegebenenfalls weitere Tests durchzuführen, um genaue Messergebnisse zu erhalten. Insgesamt ist es wichtig, mit seinem Arzt oder Diabetes-Team zusammenzuarbeiten, um die bestmögliche Methode zur Kontrolle des Blutzuckerspiegels zu finden und Abweichungen zwischen den Messergebnissen zu verstehen und zu interpretieren. Mit einer regelmäßigen Überwachung und Anpassung der Therapie kann man die Diabeteskontrolle optimieren und mögliche Komplikationen vermeiden.

 

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